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Löwenzahn

Den Löwenzahn sucht man in den Überlieferungen des Plinius oder der Edda vergeblich. Die in den Büchern des Theophrast und Dioskurides beschriebene Aphake, lässt aufgrund der Verwendung kaum den Schluß zu, dass es sich hierbei um den uns bekannten Löwenzahn handelt. Die erste eindeutige Zuordnung findet sich bei Avicenna. Im darauf folgenden Mittelalter und der Renaissance findet sich der Löwenzahn in nahezu jedem Kräuterbuch. Mal in kurzer Erwähnung, wie bei Otto Brunfels im Jahre 1532, mal in epischer Breite wie bei Hieronymus Bock oder seinem Schüler Jacobus Theodorus, der sich Tabernaemontanus nannte.

Sie alle sammelten die Überlieferungen unserer Alten, animistischen Glaubens, in ihren Kräuterbüchern und bewahrten sie damit davor, der Vergessenheit anheim zu fallen.

Dass unsere animistisch lebenden Vorfahren den Löwenzahn genutzt haben, dürfte unstrittig sein. Erschlossen sich ihnen doch die Wunderkräfte der Natur durch eine innige Beziehung, die wir bereits vor langer Zeit verloren haben.

Sie glaubten, dass bereits das Tragen der Löwenzahnwurzel Gliederschmerzen, Flecken in den Augen und Seitenstechen heilen könnte. Im Frühjahr gilt er noch heute als blutreinigendes und wassertreibendes Mittel. Die alte Bezeichnung Herba urinaria zeigt, dass diese Verwendung keine neue Erkenntnis darstellt, sondern zur traditionellen Verwendung unserer Ahnen gehörte.

Im ausgehenden Mittelalter griff Hieronymus Bock die traditionellen Verwendungen des Löwenzahns auf und empfahl ihn als reinigendes, beruhigendes Mittel, das sehr gut gegen Seitenstechen hilft. Er empfahl den Löwenzahn als wahre Panazee, die in Form von gebrannten Wasser aller Ding anmutig zu brauchen sei und führt viele Arten der Verwendung auf.

So sieht er im mit Linsen gekochten Löwenzahn ein geeignetes Heilmittel zur Behandlung der Roten Ruhr. Gebranntes Löwenzahnwasser beschreibt er als bestens geeignet zur Behandlung von Fieber, wovon regelmäßig drei bis vier Löffel eingenommen werden sollten. Magenbeschwerden behandelte er mit Löwenzahnsaft, den er auch bei Augenbeschwerden in die Augen zu tropfen empfahl. Und die Frauen nutzen das Löwenzahnwasser um ihr Gesicht damit rein und schön zu waschen.

Um so verwunderlicher, dass viele Menschen diese schöne Pflanze in der heutigen Zeit als Unkraut betrachten.

Löwenzahn
Löwenzahn in Blüte

Löwenzahn Verwendung in der traditionellen Heilkunde

Traditionell verwendete man den Löwenzahn gern als Gemüse oder Saft. Die frischen jungen Löwenzahnblätter bilden die grundlage für einen, den Stoffwechsel anregenden, Frühlingssalat. Löwenzahnsaft gilt als ausgezeichnetes Mittel zur Blutreinigung. In der Naturheilkunde verwendet man den Löwenzahn bei Leberbeschwerden wie Hepatitis, Leberschwellung und Gelbsucht, Entzündung der Gallenblase und der Gallengänge, Gallensteinen, Diabetes, Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Durchfall und Darmerschlaffung, Störungen des Kreislaufes, Arteriosklerose, Fettsucht, Rheuma, Gicht, Gastritis mit starker Schleimbildung, Hämorrhoiden, Hautunreinheiten, Pickel, Ausschlägen, chronischen Hauterkrankungen, Milzbeschwerden, entzündeten Augen, Nierenleiden, Hydrops, sowie Krampfadern.

Neben der Verwendung als Gemüse oder Saft können die Stengel in einer Kur regelmäßig gegessen werden. Unsere Vorfahren nutzten für die meisten Heilanwendungen ein gebranntes Wasser. Der Löwenzahn wurde destilliert. In Deutschland ist diese Art der Zubereitung schwierig, da Destillen mit einer Kapazität von mehr als 0,5 Litern verboten sind. Damit mag man der vermeintlichen Schwarzbrennerei einen Riegel vorschieben wollen. Am Ende erschwert es jedoch lediglich die Arbeit zur Herstellung wirksamer Pflanzenauszüge. So bleibt dem geneigten Leser nur der Weg sich eine Destille selber zu bauen oder einen Alkoholauszug zu erstellen.

Weitere Anwendungen und Wirkungen vom Löwenzahn finden Sie auf Heilpflanzenkatalog.net

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