Gänseblümchen ?>

Gänseblümchen

Mit dem Gänseblümchen verbinde ich viele schöne Erinnerungen. Als kleiner Junge flocht ich daraus Kränze und erfreute mich an den wunderschönen kleinen Blüten. Und in traurigen Momenten reichte bereits ein Blick auf die sonnenscheinliebenden Blüten, um die inneren dunklen Wolken zu vertreiben. In der Gruppe diente das Gänseblümchen als Orakel, dem die Zungenblütchen ausgezupft wurden, um die Zukunft vorauszusagen.

Betrachtet man das Gänseblümchen genauer, zeigt sich bei der Blüte ein gelbes Zentrum aus zahlreichen Röhrenblüten, die von einem Strahlenkranz weißer, zweireihig stehender Hüllenblätter umgeben sind. Diese kleinen Korbblüten bilden sich ganzjährig und zeigen sich oft kurz nachdem der Schnee das Weite sucht. So erscheinen sie wie kleine Sonnen, die den Eisriesen trotzen und genauso nahmen unsere Ahnen das Gänseblümchen wahr.

Es ist die Verkörperung Balders, dem Gott des Lichtes und der Schönheit und steht für die Auferstehung nach der Götterdämmerung. Kämpft es doch auch jedes Jahr gegen die Eisriesen und erblüht nach seinem vermeintlichen Vergehen, sobald der Schnee der Sonne weicht.

Allein diese Betrachtung sollte verdeutlichen, welche Bedeutung das Gänseblümchen im Leben unserer Ahnen einnahm. Es war ihnen heilig und eine der bedeutendsten Heilpflanzen. Noch im Mittelalter findet sich das Gänseblümchen in jedem Kräuterbuch, so dass man sich nur fragen kann, weshalb man es heute in den meisten Kräuterbüchern vergeblich sucht. An seiner Heilkraft, auf die ich noch zu sprechen kommen werde, liegt es sicher nicht.

Dabei sei bemerkt, dass die meisten Kräuterbücher unserer Zeit ohnehin lieblose Aneinanderreihungen von Indikationen sind bei denen es ausschliesslich darum geht, das Pflänzchen in seine Einzelteile zu zerlegen. Um dann für jede einzelne Substanz eine Wirkung auf den in Einzelteilen zerlegten Menschen zu belegen oder zu widerlegen.

Diese Entfernung beschleunigte sich mit der Aufklärung. 1737 beschrieb der Apotheker und Botaniker Johann Wilhelm Weinmann in seinem vierbändigen Werk Phytanthoza iconographia, das Gänseblümchen sehr ausführlich. In der Folge verbreitete sich die falsche Annahme, das Gänseblümchen könne für Abtreibungen verwendet werden. Was daszu führte, dass man es gezielt auszurotten, was 1793 in einer Verordnung gipfelte. Mit der gezielten Ausrottung schwand das Wissen um die Nutzung dieses Blümchens als Heilpflanze, so dass es bis heute seine ehemalige Verwendung als geschätzte Heilpflanze nicht mehr wiedererlangen konnte.

Gänseblümchen

Gänseblümchen Verwendung in der traditionellen Heilkunde

Unseren frühen Vorfahren war das Gänseblümchen heilig Sie sahen in ihm eine wahre Panazee. Im Mittelalter übernahmen die alten, methodisch arbeitenden Kräuterkundigen praktische Anwendungen aus dem Volk. Leonhart Fuchs, Adamus Lonicerus und Matthiolus gehen im 16. Jahrhundert auf die wundheilenden Eigenschaften dieses Blümchens ein und empfehlen es bei Gicht, Hüftweh, Kropf, Leberleiden, Cholera und Verstopfung.

Äusserlich loben sie es als ausgezeichnetes Heilkräutlein zur Behandlung von Hautflecken, Geschwülsten und Wunden. Eine Salbe aus gesalzener Butter, Gänseblümchen und jungen Pappelblättern wird als wirksam gegen Gicht aufgeführt.

In der Volksheilkunde wird das Gänseblümchen als Blutreinigungsmittel in Form von Frühjahrskuren verwendet. Es wird bei Bluthusten, Erkältungen, Angina, Asthma, Bronchitis, Verstopfung, Leberleiden, Gelbsucht, Nierenleiden, Blasenleiden wie Blutharn, Gicht, Rheuma, Hautflecken, Wunden, Furunkeln, Wassersucht, Leukorrhö sowie bei schmerzhafter und zu starker Menstruation eingesetzt.

Weitere Anwendungen und Wirkungen finden Sie auf meiner etwas ausführlicheren Seite Heilpflanzenkatalog.net

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