Der Teufel mit den drei goldenen Haaren ?>

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren im Kontext der Vorstellungswelt unserer animistischen Ahnen neu erzählt.

Das Märchen Der Teufel mit den drei goldenen Haaren ist eines der alten Märchen, in denen uns die alten Götter begegnen, die durch das Christentum in die Hölle verbannt wurden. Aber auch böse Hexenwesen, wie die böse Verkörperung des Salbeis begegnen uns in diesem Märchen, weshalb ich es hier als erstes Märchen gewählt habe, von dem ich Ihnen erzählen werde.

Das Märchen Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Es war einmal eine arme Frau, die gebar ein Söhnlein mit einer Glückshaut. Ihm wurde geweissagt, dass es in seinem 14. Lebensjahr die Königstochter zur Frau nehmen werde.

Der König erfuhr von dieser Weissagung und hatte wenig Interesse, dass seine Tochter einen armen Burschen heiraten sollte. Er ging also zur Mutter und überredete sie, ihm das Kind zu überlassen. Wobei, wie so oft in den christlich geprägten Zeiten etwas Gold Überzeugungsarbeit leistete. Anschliessend packte er es in eine Kiste und setzte es im Fluss aus.

Das Märchen wäre nun bereits zu Ende, wenn ein Müller das Kind nicht entdeckt und herausgefischt hätte. Er nahm es an als sein eigen an und zog es groß. Im 14-ten Lebensjahr des Jungen suchte der König Unterschlupf in der Mühle, zu der ihn ein aufkommendes Unwetter geführt hatte. Und hier erfährt er, dass es sich bei dem Jungen, den er erblickt, um das vor 14 Jahren ausgesetzte Kind handelt.

Er ersinnt eine neue List, um dieses Kind los zu werden und die Prophezeiung zu durchkreuzen. Er bittet den Jungen, seiner Frau, gegen 2 Goldstücken, einen Brief zu überbringen. In den Brief schrieb er, dass der Überbringer auf der Stelle getötet werden sollte.

Der ahnungslose Junge machte sich mit dem Brief auf den Weg, doch unterwegs begab es sich, dass Räuber seiner habhaft wurden. Sie lasen den Brief und tauschten ihn aus. Statt den Jungen zu töten, sollte ihm sofort die Prinzessin zur Frau gegeben werden. Den ahnunglosen Jungen liessen sie mit dem gefälschten Brief seines Weges ziehen.

Es geschah, wie in der Prophezeiung vorausgesagt, der arme Jüngling nahm die Königstochter zur Frau. Als der König heimkehrte, war er verständlicherweise recht erbost. Der gefälschte Brief blieb ihm nicht verborgen und so verfügte er, dass der Jüngling nur dann seine Tochter zur Gemahlin haben könnte, wenn er ihm die drei goldenen Haare des Teufels brächte.

Wohl mit dem Hintergedanken, dass er dieser Aufgabe nicht gewachsen sein und somit nachträglich entsorgt werden könnte.

Der Jüngling, längst über beide Ohren verliebt, ist, wie in den meisten Märchen ein Mann der Tat. Er fackelt nicht lange und macht sich auf den Weg zum vermeintlichen Teufel.

Auf dem Weg kommt er durch eine Stadt, in der der Marktbrunnen kein Wasser mehr gab. Ehemals flossen aus ihm sogar Wein. Er kommt durch eine weitere Stadt, in der ein Apfelbaum ehemals goldene Äpfel trug und nun nicht einmal mehr Blätter. Und er trifft einen Fährmann, der ihn zur Hölle übersetzt und nicht weiß, wie er diesem ewigen Kreislauf entrinnen kann. Allen verspricht er ihr Unheil zu beenden, sobald er wiederkehrt.

In der Hölle angekommen, trifft er statt des Teufels die Ellermutter…

Die Hölle ein Ort der Verbannung unserer alten Götter

Noch meine Großmutter grüßte den Hollerbusch in unserem Garten. Sie nahm ihre Kappe ab und sprach ihn regelmäßig mit einem liebevollen, aber auch ehrfürchtigen Frau Ellhorn an. Es ist der uns heute als Holunder bekannte Strauch. Dem Strauch der Frau Holle, die auch als Erdenmutter Himmel und Erde umspannt und mit dem Einzug des Chistentums in eine vermeintliche Hölle verbannt wurde.

Sie ist den Menschen stets wohlgesonnen und so ist sie es auch in diesem Märchen, denn sie verwandelt den Jüngling in eine Ameise und versteckt ihn vor dem Teufel.

Und wer könnte der Teufel anderes sein, als der alles Sehende, wissbegierige Allvater Odin, der für Erkenntnis ein Auge gab. Ihm zupft die Holle ein Haar nach dem anderen aus und stellt ihm die drei Fragen, die der Jüngling lösen wollte. Odin weiss diese Fragen zu beantworten, denn er ist sehend. Und Frau Holle, die man auch die Frija nennt, schenkt dem Menschen die drei goldenen Haare und lässt ihn mit den Antworten sein Glück finden.

Und so kann er auf dem Heimweg seine Versprechen einlösen. Dem Fährmann offenbart er, dass er dem Kreislauf entrinnen kann, wenn er dem Nächsten, der über den Fluß übersetzen will, einfach das Ruder in die Hand drückt.

Die Bedeutung des Apfelbaumes und der Maus

Unseren Ahnen war der Apfelbaum heilig. In der Göttersage schenkt ein Apfelbaum mit goldenen Äpfeln den Göttern ihre Jugendlichkeit und ihre Unsterblichkeit. Die Göttin Idun hütet diesen Apfelbaum. Welche Bedeutung ihm zukommt wird deutlich, als der Riese Thiazi Idun durch die Hilfe Lokis entführt. Die Götter beginnen zu altern.

Dabei findet sich diese Vorstellung nicht nur in unserem alten, animistischen Glauben. Auch im griechischen Baum der Hesperiden findet sie sich wieder. Und auch in der Bibel spielt der Apfelbaum eine Rolle, indem er Erkenntnis bringt. Sie erinnern sich, Eva verführt Adam davon zu naschen. Man muss sich jedoch auch fragen, warum der Gott der Christen diese Verführung mitten in den Garten Eden platzierte, wenn die Menschen nicht davon naschen sollten.

Zurück zum Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“. Sie wissen nun um die Bedeutung des Apfelbaumes mit den goldenen Äpfeln und welche Bedeutung er für diese Stadt hatte. Er trägt weder goldene Äpfel, noch treibt er Blätter. Den Grund verriet Odin. An seinem Fusse sitzt eine Maus, die an den Wurzeln nagt.

Die Maus galt unseren Ahnen als Seelentier. Tief verwurzelt ist der Glaube, dass die Seele den Menschen im Schlaf in Form einer Maus verlässt. Oft tauchen Mäuse als Verkörperung dämonischer Wesen auf. Eine Maus die solch einen Wunderbaum benagt, kündigt Unheil an. Ein kleiner Dämon, den man entfernen muss.

Der Jüngling berichtet von der Maus. Sie wird entfernt und der Apfelbaum, mit seinen goldenen Früchten, erlangt seine Herrlichkeit zurück. Sie können nur erahnen, wie kostbar dieser Baum ist und welche Reichtümer an Belohnung flossen.

Und auch die letzte Frage wurde durch Odin beantwortet. Der Brunnen gab keinen Wein, weil in ihm, unter einem Stein verborgen, eine Kröte sitzt.

Die Kröte und der Wein

An dieser Stelle mag sich unser alter animistischer Glaube mit dem christlichen Glauben verwebt haben, denn der Wein begegnet uns im Alten Testament als lebensnotwendiges Nahrungsmittel, das den Segen Gottes bedurfte. Die Stadt war Gottverlassen, denn an diesem Segen kauerte eine Kröte.

Die Kröte stand für unsere Ahnen für das Böse, vergiftende. Der Salbei wurde mit der Kröte gleichgesetzt. Wohl verehrte man diese Heilpflanze aufgrund ihrer außergewöhnlichen Wirkungen doch zeigt die Kröte die dunkle Seite des Salbeis auf, der bei einem zu hohen Konsum vergiftend wirken kann.

So berichtet man, dass ein Mann nach dem Verzehr eines Salbeiblattes tot umfiel. Seine Frau wurde als Schuldige verdächtigt, woraufhin sie selbst von dieser Sabeipflanze ein Blatt ass und starb. Als man die Pflanze ausgrub um der Ursache auf den Grund zu kommen, sass am Fusse des Salbeis eine Kröte.

Auch gezielte Verhexungen sind überliefert. So bereitete eine Wettermacherin einer jungen Frau eine Salbeisuppe, die anschliessend eine schwarze Kröte zur Welt brachte. Die Frau wurde samt der zur Welt gebrachten Kröte als Hexe verbrannt. Später rühmte sich die Wettermacherin mit der Tat.

Wohlgemerkt, es handelt sich hierbei nicht um vermeintliche Märchen, sondern überlieferte Erzählungen, die Tatsachen schildern sollen.

Der Jüngling liess die Kröte töten und aus dem Brunnen floss wieder Wein.

Ein gerechtes Ende, wie in den meisten Märchen

Reich belohnt kommt der junge Mann am Königshof an. Als der König jedoch die drei goldenen Teufelshaare und den ganzen Reichtum sieht, wird er gierig. Der Jüngling vermittelt ihm den Glauben, er würde weitaus größere, unermessliche Schätze am anderen Ufer des Fährmannes finden. Woraufhin sich dieser auf den Weg macht und zum Fährmann reist. Von ihm erhält er das Ruder in die Hand gedrückt und ist seither im Kreislauf gefangen.

Man könnte nun über die Bedeutung dieses letzten Aktes philosophieren. Doch belassen wir es bei der Moral, welche die meisten Märchen mit auf den Weg geben. Und was würde da besser in unsere heutige Zeit passen, als ein Mensch, der aufgrund seiner materiellen Gier in einen bedeutungslosen Kreislauf geführt wird, aus dem es kein Entrinnen gibt. Ein Kreislauf in dem sich heute viele Menschen befinden, weil sie die eigentlichen Werte in ihrem Leben nicht erkannt haben.

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