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Lachanari

Als Lachanari bezeichnete man im altgermanischen den Arzt, der mit seinem Mittelfinger einen beschwörenden Zauberkreis um den Krankheitsherd, das so genannte Lach, zeichnete. Er war der Gebieter über den Beherrscher des Hellweges, den wir heute als Wegerich kennen. Er verfügte über die Seelengeister, wie ein Alberich über die Elfen. So konnte der Lachanari lebensgefährliche Krankheiten heilen und sie überstehen. Er war jedoch nicht nur Vermittler. Er war insbesondere auch Beobachter der elbischen Tiere und somit bestens vertraut mit den Kräften der Pflanzen. Denn elbische Tiere wie das Wiesel oder die Schlange kannten die Heilkräfte der Pflanzendevas. So findet sich in einem Frankfurter Kräuterbuch aus dem 13. Jahrhundert eine Geschichte über eine Schlange.

Avicenna begegnet auf seinem Weg einem schwer beladenen Wagen, der über eine Schlange fährt. Schwer verletzt kriecht diese vom Weg und sieht einen Wegerich. Sie beisst davon ab, kaut das Blatt und legt es auf die Wunden.

In der Völsunga-Saga sieht Siegmund, wie ein Wiesel ein anderes Wiesel in die Kehle beisst. Das schwer verletzte Wiesel läuft zum Wald, pflückt ein Blatt und legt es auf die Wunde. Kurz darauf ist es geheilt.

Es ist das Geheimnis des Lachanari, Krankheit als Ungleichgewicht zu betrachten, das durch die Wahrnehmung und Kennzeichnung der Ursache wieder ins Gleichgewicht geführt wird.